Wortgeschichten

patschifig, Schgaffa, Schgarnutz und anderes Rätoromanisches im Schweizerdeutschen

Die Facebook-Kollegen vom Dicziunari Rumantsch Grischun, dem rätoromanischen Pendant des Idiotikons, haben kürzlich eine Serie mit deutschen Lehnwörtern im Bündnerromanischen präsentiert. Die folgende Zusammenstellung bietet nun eine kleine Auswahl an Wörtern, die im deutschsprachigen Bündner Rheintal, in den Bündner Walserdialekten sowie im Sarganserland und im Werdenberg vorkommen und aus dem Romanischen entlehnt sind (bei Wörtern wie „Spiina" und „Spuusa", die zum Beispiel auch in der Innerschweiz bekannt sind, tritt noch das Italienische als zweite Ausgangssprache hinzu):

„Bischgetii" (ein Kaffee- oder Teegebäck), „Palangga" (Balken, Rundholz), „Palooga" (Kriechenpflaume), „patschifig" (phlegmatisch, gemütlich, friedfertig), „Schgaffa" (Schrank), „Spensa" (Vorratskammer), „Spiina" (Fass-, Wasserhahn), „Spuusa" (Braut), „Zmarend" (Vesperbrot, Zvieri). Einige bündnerdeutsche Wörter wie „magaari" (vielleicht), „propi" (wirklich), „Schgarnutz" (Papiersack, Tüte) und „Roobi" (Ware) bzw. „rooba" (umziehen, zügeln) kommen ebenfalls aus dem Romanischen, aber dieses hat sie seinerseits aus dem Norditalienischen bzw. im letztgenannten Fall aus dem Germanischen (vgl. „rauben") entlehnt.

Die Liste lässt sich zweifellos verlängern – wer weiss mehr?

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