Meringue
Woher kommt eigentlich das Wort Meringue (Merängg, Merängge, Meeringe)? Populär ist die Idee, der Name dieses Schaumgebäcks aus gezuckertem Eischnee sei eine Französisierung des Ortsnamens Meiringen, denn es sei ein Berner Oberländer gewesen, der es erfunden habe. Erstmals erwähnt wird das Wort allerdings in einem französischen Kochbuch von 1691 – zu einer Zeit, als die Meiringer Säumer und Bauern wohl noch anderes als gebackenen Eischnee zu sich nahmen. Wissenschaftlicher sind zwei Theorien: Nach der einen soll Meringue auf mittellateinisch melinus zurückgehen, was «honigsüss» bedeutet und zu lateinisch mel «Honig» gehört. Nach einer anderen stammt es von lateinisch merenda, was «Zwischenmahlzeit, Vesperbrot» bedeutet. Trifft diese zweite Erklärung zu, wäre es sprachgeschichtlich identisch mit Marend, dem Bündner Wort für Zvieri. Der Name der Mahlzeit wäre dabei auf dasjenige, was man zu dieser Mahlzeit isst, übergegangen. Nur assen die Bündner Bauern halt Brot, Dörrfleisch, Speck und Mais, die vornehmen Franzosen und heute auch die Berner Emmentaler hingegen gezuckerten Eischnee...
(mit Dank an Christian Schmutz)
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