Wortgeschichten

Gemse

Das Schweizerdeutsche kennt einige Wörter, die auf eine früher hierzulande gesprochene, aber mittlerweile ausgestorbene Sprache zurückgehen. Von der keltischen „Bänne" war in unserer Rubrik schon von längerer Zeit die Rede. Ein anderes solches Wort ist die Gemse. Alle germanischen und alle romanischen Dialekte und Sprachen, die im Alpen- oder im Pyrenäenraum gesprochen werden, kennen es – und damit auch die vier Landessprachen der Schweiz. So haben wir einerseits schweizerdeutsch „Gams" (Appenzell, Toggenburg, Davos), „Gamstier" (Glarus), „Gemsche" (Obersaxen, Adelboden, Simmental, Freiburg, Wallis), „Gämschi/Gemschi" (Rheinwald, Vals, Schwyz, Uri, Unterwalden, Entlebuch, Bödeli, Goms) und „Gämsi" (Obwalden), anderseits rätoromanisch „c(h)amutsch", lombardisch-tessinerisch „camóss", italienisch „camoscio", frankoprovenzalisch-westschweizerisch „tsamò" und französisch „chamois". Welcher vorlateinischen und vorgermanischen Sprache dieses gemein-eidgenössische Wort zu verdanken ist, weiss der Schreibende allerdings nicht… 

Kleines ABC der Familiennamen-Deutung
Runzival

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