Wortgeschichten

Fünf Dinge, die Sie über Ortsnamen wissen müssen

Illustration: Tizian Merletti
So könnte ein Titel lauten, würden die Verfasser der vorliegenden Wortgeschichte «Clickbaiting» nach Art moderner Online-Medien betreiben. Dabei wissen auch wir nicht genau, welche fünf bzw. wie viele Dinge überhaupt Sie über Ortsnamen wissen sollten. Aber wir wissen, dass Zahlen in der traditionell eher zahlenfremden Philologie eine zunehmend wichtige und nützliche Sache sind. Quantitative und computergestützte Forschungsmethoden haben längst Ei...
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Sprachwitz und Globalisierung in den Orts- und Flurnamen

Illustration: Tizian Merletti
Winterthur in Delaware, New Bern in North Carolina, Nova Friburgo in Brasilien – jeder hat schon von den Schweizer Namensvettern in Übersee gehört, gegründet von Schweizer Auswanderern im 19. Jahrhundert, die ein Stück ihrer alten Heimat in die neue exportierten. Doch was machen Bethlehem, Moskau und Helgoland in der Schweiz? Und warum gibt es in der Schweiz unter anderem mindestens 26 Amerikas, 23 Bethlehems, vier Afrikas, fünf Sibirien, sieben ...
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Der Kanarienvogel – und was er mit Kardinälen und Hunden zu tun hat

Illustration: Tizian Merletti
Vermutlich sagen heute alle Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer dem hübschen gelben Vogel, der so schön singt und den man deshalb gerne im Käfig hält, Kanaarievo(o)gel. Das Wort ist so durchsichtig, dass sicher viele schon richtig vermuten, was dahintersteckt: Es ist ein Vogel, den die Spanier von den Kanarischen Inseln nach Europa mitbrachten. Die Stammart übrigens ist der Kanarengirlitz, der von der Regionalregierung 1991 zum «Natursymbo...
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Galangger, Venediger und andere Zigüüner

Illustration: Tizian Merletti
Am 9. Februar 2020 wird im Kanton Bern über einen Transitplatz für ausländische Fahrende abgestimmt, und die Emotionen gehen hoch: Hier die rechtliche Verpflichtung, genügend Stellplätze zur Verfügung zu stellen, auch mit der Absicht, «wildes Campieren» von Fahrenden zu verhindern. Dort Vorbehalte in weiten Teilen der Bevölkerung, die auf Erfahrungen mit zurückgelassenem Abfall beruhen und auch auf antiziganistischen Vorurteilen. Solche Vorurteil...
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Freitag, 22. Juni 2018, 19:00 MESZ: Anpfiff Rätzen – Schweiz

Die Fussballweltmeisterschaft in Russland hält für die Schweizer Nati schon in der Gruppenphase Herausforderungen bereit. Nach dem gelungenen Einstand gegen Brasilien trifft die Mannschaft am Freitagabend auf Rätzen. Dieser historische Name für Serbien leitet sich von einem Teil seiner Bewohnerschaft ab: Ein Rätz war ein griechisch-katholischer (statt orthodoxer) Serbe. Das Wort ist mit der früher gebräuchlichen Bezeichnung Raizen für die serbisc...
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Das Giritzenmoos

Es gibt in der Schweiz eine kahle Heide, die mit Disteln, verkrüppelten Bäumen und Stauden bestanden ist, wo rotes Flööschwasser (abgestandenes Wasser) dümpelt, Näschpli (Mispeln) und Brambeeri (Brombeeren) wachsen und einen die Brääme (Bremsen) plagen – das Giritzenmoos! Dort halten sich die verstorbenen Jungfrauen und Jünglinge als Strafe für ihre Ehelosigkeit auf. Die einen sagen, die ledig Verstorbenen würden sich in Kiebitze – im Dialekt Gir...
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Mostindien – die Schweiz durch die Brille des «Postheiris»

In dieser Jahreszeit geht es wieder ans Mosten – und saisongerecht handelt unsere Wortgeschichte von Mostindien, einem scherzhaften Namen für den Thurgau. Erfunden hat den Begriff die humoristische Zeitung «Der Postheiri», eine Publikation von der Art des heutigen «Nebelspalters», die 1845–1875 von Alfred Hartmann in Solothurn herausgegeben wurde. Der Postheiri machte sich einen Spass daraus, Kantone und Ortschaften mit einem Spitznamen zu verseh...
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Dibidäbi

Die Idiotikon-Redaktion wird von Zeit zu Zeit angefragt, woher die scherzhafte Bezeichnung Dibidäbi für den Appenzeller stamme. Das Wort fehlt in unserem Wörterbuch, doch im Nachtragsmaterial haben wir eine erste Anfrage von 1939, in der es heisst, dass das Wort im St. Gallischen üblich sei. Leider hat sich die Antwort nicht erhalten. Spätere Belege kommen auch aus den Kantonen Zürich und Bern. Eine traditionelle Worterklärung, die immer wieder a...
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welsch

Das Wort der Woche: «Welsch» meint westschweizerisch, französisch (vgl. «wallonisch» in Belgien), älter auch italienisch, rätoromanisch. Ursprünglich bedeutete das Wort «keltisch» (vgl. englisch «Welsh», walisisch); es geht letztlich auf den gallischen Volksstamm der Volcae zurück. Übrigens: «Walensee» bedeutet «See bei den Welschen», denn dort lag früher die deutsch-rätoromanische Sprachgrenze. Permalink: https://idiotikon.ch/wortgeschichten/wel...
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