Wortgeschichten

Wimmet und wimmen

Er hat schon angefangen: der «Wimmet», «Wüm(m)et», «Wimlet» oder «Wümlet», und viele fleissige Leute stehen in den Rebbergen, um zu «wimme», «wüm(m)e», «wimle» oder «wümle». So sagt man in der östlichen Hälfte der Deutschschweiz und, räumlich isoliert, in der Variante «wimde, wimdu» auch im Wallis dem Ernten der Trauben. In den andern Landesgegenden spricht man hingegen von «läse» und «Läset» oder von «herbschte» und «Herbscht». Das Verb «wimme» ...
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Landjäger

Passend zur Wandersaison ist das Wort der Woche der «Landjäger». Diese geräucherte und luftgetrocknete Wurst ist kein zu Fleisch verarbeiteter Polizist (früher «Landjäger» genannt), sondern es liegt wahrscheinlich eine Umdeutung aus «lang tige» vor. Das Dialektwort «tige» (eigentlich identisch mit hochdeutsch «gediegen») bedeutet im Schweizerdeutschen «getrocknet, gedörrt, geräuchert». Eine andere, ebenfalls von «tige» ausgehende Umdeutung zeigt ...
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Cervelat

Das Wort zum 1. August ist der oder die Cervelat, die Schweizer Nationalwurst, hierzulande (anders als in Frankreich!) eine Brühwurst aus Rindfleisch, Schwarten und Speck. Das Wort geht via das Französische und Italienische auf lateinisch «cerebellum» 'Gehirn, Hirn' zurück, womit auch schon gesagt ist, was die Wurst ursprünglich enthielt. Die frühere Schweizer Nationalhymne «Heil dir, Helvetia» (die mit der Melodie von «God save the Queen» gesung...
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Gänterli

Das Wort der Woche ist das «Gänterli». Dieses vornehmlich innerschweizerische Wort für Küchenschrank ist eigentlich die Verkleinerungsform von «Gänter», was Gitter bedeutet. Das «Gänterli» war also ursprünglich ein mit Gitterwerk versehener Kasten. «Gänter» seinerseits geht zurück auf lateinisch «cantherius», ein Wort für Dachsparren oder Sparren als Fassunterlage.Permalink: https://idiotikon.ch/wortgeschichten/gaenterli

Appenzeller Biber

Das Wort der Woche: Hat die Appenzeller Lebkuchenspezialität namens «Biber» etwas mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun? Nein. Es handelt sich um eine Verkürzung aus «Biberzelten» oder «Biberfladen», und dieser Biberzelten wiederum hiess im Spätmittelalter Bimen(t)zelten. Der Wortbestandteil «Biment» geht auf mittellateinisch pigmentum beziehungsweise mittelhochdeutsch pigment zurück, was «Gewürz, Spezerei» bedeutete. Der Wortbestandteil «Zelten»...
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