Mitteilungen des Schweizerischen Idiotikons

Die Redaktion des Schweizerischen Idiotikons hat per 1. Mai oder gemäss Absprache eine 60%-Stelle zu vergeben. Arbeitsbereiche sind Bibliothek, Archiv, Nachtragsmaterial, normalalphabetisches Register, Öffentlichkeitsarbeit, Jahresbibliographie – und Verwandtes.

Neu sind in der Volltextsuche des Online-Idiotikons weitere Suchmöglichkeiten implementiert worden, die es erlauben, auch Textstellen gezielt aufzufinden, die mit einfachen Suchanfragen entweder in der Masse der Resultate unterzugehen drohen oder die mehrere Anfragen nacheinander benötigen. Dazu muss die Suche in einer spezielle Syntax in das Suchfeld eingetragen werden. Die folgenden Beispiele sollen helfen, den gewünschten Suchausdruck zu erstellen:

  • Unscharfe Suche: Wenn Unsicherheit über die Schreibung eines gesuchten Wortes herrscht, kann mithilfe der Tilde (~) direkt anschliessend an das Suchwort angegeben werden, dass auch nach ähnlichen Schreibungen gesucht werden solle. Bsp.: Die Eingabe  niemand~  findet auch Wörter wie  nyemand, niemantz, niemants, jemand usw.
  • Alternativschreibungen und Reguläre Ausdrücke: Wenn ein gesuchtes Wort bekannte unterschiedliche Schreibungen besitzt, können diese im Suchausdruck in eckigen Klammern angegeben werden, dabei ist das Suchwort zwischen Ausrufezeichen zu platzieren. So findet z.B. der Suchausdruck ![dt]ütsch! sowohl dütsch wie auch tütsch. Auch im Wortinnern eines Suchausdrucks können Alternativschreibungen gesucht werden, !w[iy]sheit! findet wisheit und wysheit. Ein Fragezeichen hinter einem Buchstaben, heisst, dass dieser fakultativ ist. Darum findet die Suche  !w[iy]ss?heit! sowohl wisheit, wissheit, wißheit, wysheit, wyssheit und wyßheit. Auch weitere Reguläre Ausdrücke werden unterstützt (vgl. dazu z.B. die Dokumentation zu Apache Lucene™).
  • Umgebungssuche:  Es ist möglich nach zwei oder mehr Wörtern zu suchen, die nahe aufeinander folgen, dabei kann die maximale Distanz zwischen den Wörtern angegeben werden. So findet die Suche  "gott tüfel"~10  Textstellen, in denen die beiden Wörter in der angegebenen Reihenfolge innerhalb von zehn Wörter vorkommen, also beispielsweise Textstellen wie ‚Daß die sünd nit von Gott, sunder vom tüfel und unserem eigenen willen erwachse.‘
  • Boolesche Operatoren:
  • Oder-Suche (OR):  Die oder-Suche ermöglicht es, gleichzeitig nach zwei verschiedenen Wörtern oder Wendungen zu suchen. So liefert die Suche "buoss verfallen" OR "buoss geben"  alle Textstellen, in denen entweder  "buoss verfallen"  oder  "buoss geben"  vorkommt.
  • Und-Suche (AND):  Mit der und-Suche kann man Wendungen und Wörter suchen, die gleichzeitig auf einer Wörterbuchseite vorkommen müssen, z.B.  schlachttier~ AND metzger  findet Seiten im Wörterbuch, auf denen  schlachtthier  (und ähnliche Wörter, s. unscharfe Suche oben) zusammen mit  metzger  vorkommen, oder  "wasser und brot" AND gefängnis~  findet Seiten, in denen die Fügung "wasser und brot" zusammen mit  gefängnis~  (und ähnlichen Wörtern) vorkommt.
  • Nicht-Suche (NOT): Man kann nach einem Wort oder einer Wendung auf einer Wörterbuchseite suchen und gleichzeitig eine anderes Wort oder eine andere Wendung auschliessen, so findet die Suchabfrage  fris NOT mal  alle Wörterbuchseiten, auf denen die Quelle "Fris." (= Johannes Fries) nicht zusammen mit "Maaler" (= Josua Maaler) vorkommt.
  • Die Booleschen Operatoren können auch kombiniert werden, also z.B.  fris AND denzl NOT mal

In der September-Ausgabe 6 / 2014 des Linguistik-Podcasts angesprochen auf der Website des Zürcher Kompetenzzentrums Linguistik (ZüKL) wird Hans-Peter Schifferle von Juliane Schröter und Robert Schikowski zum Thema «Entwicklungen im schweizerdeutschen Wortschatz» befragt:

http://www.linguistik.uzh.ch/easyling/podcast.html

Die Mitgliederversammlung des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch hat Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Hamm, Partner bei Staiger, Schwald & Partner, lic. phil. Roland Inauen, Landammann von Appenzell Innerrhoden und Leiter des Museums Appenzell, sowie Prof. Dr. phil. Bernhard Tschofen, Professor für Kulturwissenschaftliche Raumforschung an der Universität Zürich, in den Vorstand gewählt.

Zur neuen Vizepräsidentin wurde Prof. Dr. Annelies Häcki Buhofer, im Vorstand seit 2010, gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Peter Glatthard an, der seit 1979 im Vorstand und seit 1998 als Vizepräsident gewirkt hat.

Zum neuen Quästor wurde Dr. iur. Michael Hamm gewählt. Er tritt die Nachfolge von Dr. iur. Hans-Rudolf Staiger an, der sein Amt seit 1994 innehatte.

Zur neuen Revisorin wurde Beatrix Seewald, Contag Buchhaltungs und Treuhand AG, Zürich, gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Alfred R. Sulzer an, der sich seit 1996 als Revisor zur Verfügung gestellt hatte.

Der Jahresbericht informiert über die Aktivitäten und Dienstleistungen der Redaktion und enthält eine Bibliographie der wissenschaftlichen Neuerscheinungen zum Schweizerdeutschen. Im Bericht findet sich überdies ein Aufsatz zum Thema «Dialäkt Äpp – Gäbet üüs ööchi Stimm!» von Dr. Adrian Leemann und MA Marie-José Kolly, der auf dem an der letztjährigen Mitgliederversammlung gehaltenen Vortrag basiert.

Der Jahresbericht kann beim Sekretariat des Schweizerdeutschen Wörterbuchs, Auf der Mauer 5, 8001 Zürich, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bezogen oder direkt hier heruntergeladen werden.

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch findet am Freitag, dem 20. Juni 2014, in Zürich statt.

Nach den statutarischen Geschäften wird Dr. Niklaus Bigler, bis Ende Februar 2014 Redaktor am Schweizerischen Idiotikon, einen Vortrag zum Thema «Johann Konrad Däniker – ein Original im Dienste des Idiotikons» halten.

Das Schweizer Textkorpus ist neu am Idiotikon angesiedelt. Als ausgewogenes Referenzkorpus für die deutsche Standardsprache des 20. Jahrhunderts in der Schweiz umfasst es 20 Millionen Textwörter. Es wurde von einer Forschungsgruppe des Deutschen Seminars der Universität Basel aufgebaut und in dieser Phase zur Hauptsache vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Seit 2014 wird es von der Schweizerischen Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützt. Es wird weiterhin von Tobias Roth betreut und moderat weiterentwickelt.
 

Link zum:   

Am 1. März 2014 hat Claudia Schmid (geb. 1985) ihre Stelle als neue Idiotikon-Redaktorin angetreten. Sie ist die Nachfolgerin von Niklaus Bigler, der auf Ende Februar pensioniert wurde.

Zur Feier des 150-jährigen Schweizerischen Idiotikons wurde letztes Jahr in Bern ein Jubliläumskolloquium abgehalten. Die Vorträge von Walter Haas, Iwar Werlen, Hans-Peter Schifferle, Helen Christen, Ralf Plate und Hans Bickel sowie die Grussbotschaft von Bundeskanzlerin Corina Casanova sind nun, nebst einem von Lotti Lamprecht verfassten Vorwort, im Druck herausgekommen. Die Publikation ist Teil der Reihe Sprachen und Kulturen der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und kann hier gratis bestellt werden oder hier (Download startet automatisch) heruntergeladen werden.

Hans Bickel und Tobias Roth (Stv.) sowie Alexandre Huber sind als Vertreter der Schweiz ins Management Committee der COST-Aktion «IS1305 European Network of e-Lexicography (ENeL)» aufgenommen worden. COST (European Co-operation in Science and Technology) ist ein staatenübergreifendes Netzwerk für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung, das die Koordination von nationalen Forschungsprojekten ermöglicht.

Die Aktion ist auf vier Jahre angelegt, Starttermin war der 11. Oktober 2013. Ziel der Aktion ist es, (a) der Allgemeinheit einen einfacheren Zugang zu den wissenschaftlichen Wörterbüchern zu gewähren und die Kluft zwischen der breiten Öffentlichkeit und wissenschaftlichen Wörterbüchern zu überbrücken, (b) einen breiteren und systematischen Austausch von Know-how und gemeinsamen Standards zwischen den verschiedenen europäischen Wörterbuchprojekten zu etablieren, (c) ein gemeinsames Konzept für die elektronische Lexikographie zu entwickeln, das die Grundlage für eine neue Art der Lexikographie bilden soll, die auch den paneuropäischen Charakter der in Europa gesprochenen Sprachen abbildet.

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