Mitteilungen des Schweizerischen Idiotikons

An der diesjährigen Mitgliederversammlung, die am 29. Mai in Zürich stattfand, wurde Frau Anne-Béatrice Burckhardt-Beck verabschiedet. Sie wirkte quasi als «Basler Vertreterin» seit 2006 im Vereinsvorstand mit. Bekannt gegeben wurde sodann Claudia Schmids Rücktritt aus der Redaktion. Sie wirkte von 2014 bis 2018 als Redaktorin und verfasste in dieser Zeit die Artikel «Ziger» und «Zêh» (Zehe). Als wissen schaftn liche Hilfskraft war sie schon von 2010 bis 2014 für das Wörterbuch tätig. Last, but not least wurde Helena Cadurischs Einsatz für das Schweizerische Idiotikon gewürdigt: Vierzig Jahre lang, von 1978 bis 2018, besorgte sie umsichtig und kompetent das Sekretariat und die Buchhaltung für den Verein und das Personal.

Das Schweizerische Idiotikon hat per 1. März 2018 oder nach Absprache zwei Stellen für studentische Mitarbeitende im Bereich IT/Sprachtechnologie zu vergeben.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Die neu herausgekommene vierte Lieferung des XVII. Bandes dokumentiert beispielsweise den nebst anderem sachkundlich interessanten Ziger mit zahlreichen Zusammensetzungen, den baugeschichtlich relevanten Ziegel mit ebenfalls vielen Zusammensetzungen und das vielseitig verwendbare Zug mit Bedeutungen wie «Zugkraft», «Wirkungskraft», «Atemzug», «Spielzug», «Umzug», «militärische Unternehmung», «Freizügigkeit», «Gespann», «Eisenbahnzug», «Zugband», «Fischfang», «Runse», «gewundene Nut im Gewehrlauf», «Zugpflaster», «Rechtszug», «Näherkaufrecht» oder «Charakterzug».

Am Schweizerischen Idiotikon ist eine Stelle als wissenschaftliche/r Redaktor/in neu zu besetzen. Alles Nähere erfahren Sie hier.

Auf der vom Schweizerischen Idiotikon betriebenen Website https://sprachatlas.ch/ kann neu das Originalmaterial des Sprachatlasses der deutschen Schweiz online eingesehen sowie heruntergeladen werden. Publiziert werden also in erster Linie die Forschungsdaten, das heisst das Fragebuch sowie die originalen, von den Exploratoren erhobenen Antworten der Gewährspersonen, die als Grundlage für die Erarbeitung der Sprach­karten des SDS dienten. Für die Karten selbst verweisen wir auf das gedruckte Werk.

Gewisse Bereiche stehen noch aus, darunter die Aufnahmen aus den Südwalserorten (Piemont, Aostatal) und des Surbtaler Jiddisch (Aargau) sowie das umfangreiche photographische Material.

Der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) dokumentiert in acht Bänden auf mehr als 1500 Sprach­karten die alemannischen Mundarten der deutschen Schweiz einschliesslich der Walserdialekte Nord­italiens. Die Karten basieren auf direkten Erhebungen bei älteren Gewährspersonen, die in den Jahren 1939 bis 1957 durchgeführt worden sind. Sie bilden damit die Grundmundart aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab.

Der Jahresbericht informiert über die Aktivitäten und Dienstleistungen der Redaktion und enthält eine Bibliographie der Neuerscheinungen zum Schweizerdeutschen. Im Bericht findet sich überdies ein Aufsatz zum Thema «Das Idiotikon am Radio, eine Erfolgsgeschichte» von Markus Gasser, der auf dem an der letztjährigen Mitgliederversammlung gehaltenen Vortrag basiert.

Der Jahresbericht kann beim Sekretariat des Schweizerdeutschen Idiotikons, Auf der Mauer 5, 8001 Zürich, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bezogen oder direkt hier heruntergeladen werden.

 
 

An der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde Prof. Dr. Jürg Fleischer in den Vorstand des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch gewählt. Fleischers Forschungsschwerpunkte sind Dialektologie und Sprachgeschichte, und er ist Mitglied des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas in Marburg (Hessen).

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch findet am Dienstag, dem 20. Juni 2017, um 16.30 Uhr in Zürich statt.

Nach den statutarischen Geschäften wird Dr. Oscar Eckhardt, Linguist am Institut für Kulturforschung Graubünden, einen Vortrag halten zum Thema «Alemannisch im Churer Rheintal. Von der lokalen Variante zum Regionaldialekt».

Interessierte sind herzlich willkommen und werden gebeten, sich mit dem Sekretariat des Idiotikons in Verbindung zu setzen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

KMeyer 2001

Am 7. März 2017 ist Kurt Meyer, Redaktor am Schweizerischen Idiotikon von 1951 bis 1968 und anschliessend Leiter der Aar­gauischen Kantonsbibliothek, im 96. Lebensjahr verstorben. Schon Meyers Dissertation über die Adjektivableitung im Schweizer­deut­schen zeugt von umfassender Kenntnis und Durchdringung des Forschungsgegenstandes. Für das Idiotikon verfasste er unter anderem die grossen und vielseitigen Artikel Tochter, Tauff(i), tieff, Tal, toll, dienen/Diener, Tansen, der/die/das und Dorff (jeweils ein­schliesslich der zugehörigen Zusammen­setzungen und Ablei­tungen) mit «äusserster Akribie», wie es im Jahresbericht des Idiotikons über das Jahr 1968 heisst.

In späteren Jahren wandte er sich dem Schweizerhochdeutschen zu; seine Wörterbücher «Wie sagt man in der Schweiz» (1989) und «Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz» (2006) bilden wichtige Beiträge zur Theorie der Plurizentrik und zur Lexikographie der deutschen Standardsprache in der Schweiz.

Die neu herausgekommene dritte Lieferung des XVII. Bandes enthält den grossen Wortartikel von Zëdel «Zettel» (mit zahlreichen Zusammensetzungen). Weitere Artikel dokumentieren beispielsweise die Zusammensetzungen und Ableitungen von Zucht, Ziffer, Zivil, zūffe «rückwärts gehen, kauern», zagen, Zagel «Schwanz», Zaug «Zaun, Einfriedung», zäugen «vor Augen führen» und den Anfang der grossen Wortfamilie von zeigen.

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