Mit dem 221. Heft des Gesamtwerks konnte der 16. Band des Schweizerischen Idiotikons nach 13 Jahren Arbeit abgeschlossen werden. Das Heft beginnt mit dem zweiten Teil der Wortfamilie wīt 'weit'. Im Zentrum steht das Abstraktum Wīti 'räumliche Ausdehnung; Platz; freies Feld; Breite, Abstand, Ausdehnung; Ferne', dazu kommen Zusammensetzungen wie Radwīti 'vorgeschriebene Breite des Landstreifens zwischen einem Zaun oä. und der Grenze zu einem anstossenden Acker'. Die nächste Wortfamilie basiert auf dem mittelhochdeutschen Witt 'Brennholz', das mundartlich heute nur noch in den Walserdialekten des Piemonts lebendig ist. Über das moderne Witamīn 'Vitamin' gelangt man zur Wortsippe Gᵉwitter 'Witterung; Gewitter', wozu auch etwa Ungewitter 'ungünstige Wetterlage; Unwetter' und Hōchgewitter 'schweres Gewitter' gehören. Der etymologisch schwierige Wittewal 'Pirol' markiert den Übergang zur Wortfamilie von Witliⁿg 'Witwer', wozu natürlich auch der und die Witweⁿ 'Witwer' bzw. 'Witwe' gehören. Witrineⁿ 'Vitrine' repräsentiert wieder jungen Wortschatz. Wieteⁿ (wetteⁿ) und wietig (wettig) 'was für ein, welch; wie' sind hingegen Begriffe, die sich immer mehr in die Alpen zurückziehen. Wōta (Wuta, Wuetuⁿ) 'Gewölbe; gewölbter Keller' und Wōtum 'Votum, Meinungsäusserung' vertreten den romanischen Lehnwortschatz. Wuet 'Wut; Tollwut; Heftigkeit' leitet eine grössere Wortfamilie ein, die Zusammensetzungen wie Brandwuet 'Milzbrand', Verben wie wüeteⁿ 'toben; wuchern', Ableitungen wie Wüeterī 'Toben; Tyrannei' und Adjektive wie wüetig 'zornig; eifrig; tobsüchtig; heftig, sehr' umfasst. Mit den Wortsippen Watsch I (Wätsch, Gwatsch, Gwätsch) 'klatschender Schlag; Matsch' und Watsch II (Wätsch, Gwatsch, Gwätsch) 'dicker Mensch; Tölpel; grosser Haufen; Kopf' präsentiert das Heft Wörter aus dem sog. lautmalerischen Bereich. Ebenfalls lautmalerisch begründet ist die grosse Wortfamilie von wutsch 'Interjektion der Geschwindigkeit', Wutsch (Wütsch) 'Sprung, schnelle Bewegung' und wütscheⁿ 'sich mit einer schnellen Bewegung wohin bewegen', die auch zahlreiche Zusammensetzungen wie er- und verwütscheⁿ 'erwischen' umfasst. Wätschger 'Reisesack' ist ein Lehnwort aus dem Tschechischen, welches das Wort allerdings seinerseits aus dem Mittelhochdeutschen (wātsac) übernommen hatte. Wēweleⁿ, wēweⁿ, wēweneⁿ und wēwereⁿ stehen alle für 'wehklagen'. Wāxeⁿ bedeutet 'quaken', ein Wax ist ein Schlag, der Wix bzw. das Wixi ist ein Kauz, und woxeⁿ meint 'unschlüssig sein'. Zu Watz 'Schärfe; Mut, Unternehmungslust' gehören auch watz 'begierig; lüstern' und wetzeⁿ 'schärfen; schnell laufen'. Eine grosse Wortfamilie leitet Witz 'Verstand; scherzhafte Äusserung' ein; hier abgehandelt werden auch Zusammensetzungen wie Aberwitz 'Unverstand' und Fürwitz 'Neugier; Mutwille' oder Adjektive wie witzig 'klug; brav; humorvoll' und wëltwitzig 'welterfahren'. Dem X schliesslich sind anderthalb Seite gewidmet. Schwerpunkte bilden die beiden Personennamen Xaver und Xander I 'Alexander', aber auch der Buchstabenname X und der Hetzruf x-x-x sowie Xilofōn 'Xilophon', Xëmpel 'Anekdote', Xander II 'Glut' (von französisch cendre), Xandīneⁿ 'Centime', xinggfīrleⁿ 'fünffingerlen' oder Xantippeⁿ 'zänkische Frau' finden sich hier. – Das Heft enthält ferner die Titelseite für den 16. Band, das normalalphabetische Bandregister sowie die Übersichtskarte der gebräuchlichsten Ortsbezeichnungen.