Mitteilungen des Schweizerischen Idiotikons

Die Mitgliederversammlung des Vereins für das schweizerdeutsche Wörterbuch, die am 7. Juni hätte stattfinden sollen, musste wegen der SARS-CoV-2-Pandemie durch eine schriftliche Abstimmung ersetzt werden.

Der genehmigte Jahresbericht 2020 kann hier heruntergeladen oder hier als Drucksache bestellt werden. Er informiert über die Tätigkeiten des Instituts im vergangenen Jahr und enthält auch einen Aufsatz von Matthias Friedli, Dieter Studer-Joho und Manuela Weibel zum Thema «Hunziker2020: Das Aargauer Wörterbuch auf seiner Reise ins 21. Jahrhundert» sowie die «Neuerscheinungen zum Schweizerdeutschen».

Neu in den Vorstand gewählt wurde Prof. Dr. Guido Seiler, Universität Zürich. Er tritt die Nachfolge von Dr. Christoph Guggenbühl an, der 15 Jahre für das Schweizerische Idiotikon im Vorstand gewirkt hat.

 

Anfangs Jahr ist das 227. Heft des Schweizerischen Idiotikons – das sechste des 17. Bandes – herausgekommen. Einerseits enthält es den Abschluss der Wortfamilie Züüg I «Zeuge» mit Verben wie züügen I und bezüügen «Zeuge sein, sich auf Zeugen berufen» oder überzüügen «überführen, überzeugen» sowie Substantiven wie Züügnis und Züügsami «Bezeugung, Beurteilung». Anderseits umfasst es den umfangreichen Artikel Züüg II «Zeug: Mittel, Rohstoff, Ding» einschliesslich seiner zahlreichen Zusammensetzungen wie Chlausenzüüg «Pyramide aus Gebäck und Früchten», Gvätterlizüüg «Spielzeug» und Wërchzüüg «Werkzeug» sowie Verben wie züügen II «versehen, hervorbringen, besser werden». Den Abschluss bilden einige kleine Wortfamilien wie Zaagg «langsame, schwächliche Person», Zaggen «Zacken» und Ziggzagg «Zickzack».

In einem kürzlich herausgekommenen Sammelband über die derzeit in Bearbeitung befindlichen grosslandschaftlichen Wörterbücher des Deutschen (ZDL-Beiheft 181) ist auch das Schweizerische Idiotikon vertreten. Der Beitrag informiert erstens über Konzept, Geschichte und Rahmenbedingungen von Werk und Institut; zweitens über Konzeption, Struktur und Inhalt der Wortartikel; drittens über texttechnologische Aspekte und viertens über das linguistische und kulturhistorische Potential des Werks. Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden. Das ganze Buch kann man hier downloaden.

Das Mundartprojekt «Hunziker2020» geht auf die Gasse und besucht im September und Oktober 2020 fünf Stationen im Kanton Aargau.

AutorInnen, Projektleitung und Bevölkerung bestreiten gemeinsam eine abwechslungsreiche Mundart-Veranstaltungen mit Informationen und Müsterchen zum und aus dem Wörterbuchprojekt, mit Lesungen literarischer Mundarttexte und vor allem mit Gesprächen über die eigene Mundart, das Mundartschaffen und die Mundart im 21. Jahrhundert.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.hunziker2020.ch/uf-dr-gass.

Die Mitgliederversammlung des Vereins für das schweizerdeutsche Wörterbuch, die am 29. Juni hätte stattfinden sollen, musste wegen der SARS-CoV-2-Pandemie durch eine schriftliche Abstimmung ersetzt werden. Der genehmigte Jahresbericht 2019, die genehmigte Jahresrechnung 2019, eine Würdigung des pensionierten Hans-Peter Schifferle, dessen Abschiedsvortrag «Stationen auf dem Weg zum besten Wörterbuch» und die «Neuerscheinungen zum Schweizerdeutschen» 2019 können hier heruntergeladen oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! als Drucksache bestellt werden.

 

In einem Freiwilligenprojekt möchten wir die Steno-Notizen im Originalmaterial für den Sprachatlas der deutschen Schweiz transkribieren lassen.

Können Sie selber Steno lesen? Dann schauen Sie unbedingt auf https://sprachatlas.ch vorbei.

Im Rahmen des Projekts ortsnamen.ch haben wir den bestehenden Zeichensatz 'Noto' so erweitert, dass die meisten historischen und phonetischen Zeichen, die in der schweizerischen Ortsnamen­forschung verwendet werden, korrekt in Unicode dargestellt werden können. Sämtliche Dateien finden Sie auf Github.

Seit heute ist hunziker2020.ch online. Das Projekt «Hunziker2020» setzt es sich zum Ziel, das Aargauer Wörterbuch in der Lautform der Leerauer Mundart (1877) von Jakob Hunziker ins 21. Jahrhundert zu bringen und im Bewusstsein zu verankern, indem das Werk digitalisiert, ergänzt und für eine breite Bevölkerung zugänglich gemacht wird. Bei der Aufbereitung des Wörterbuchs wird denn auch die Aargauer Bevölkerung gezielt und aktiv miteinbezogen: Mundart-Interessierte können bei der Bestichwortung der einzelnen Einträge mithelfen. Zudem sollen die Aargauerinnen und Aargauer das Wörterbuch durch fehlende Wörter oder Bedeutungen ergänzen. Begleitet wird die Aufbereitung des Wörterbuchs von einer wöchentlichen Serie in der Aargauer Zeitung und bei Radio Argovia.

Auf der Webseite hunziker2020.ch wird zudem viel Wissenswertes und Interessantes rund um die Aargauer Mundart präsentiert: Informationen zur Aargauer Dialektlandschaft, eine Übersicht zur Mundartaussprache der Aargauer Gemeindenamen, zu den alteingesessenen Familiennamen im Aargau, zur Aargauer Dialektliteratur …

Projektleitung: Matthias Friedli, Dieter Studer-Joho (Phonogrammarchiv der UZH); Mitarbeit: Manuela Weibel.

Wir freuen uns auf viele Besuche!

Dieser Tage ist das 226. Heft des Schweizerischen Idiotikons – das fünfte des 17. Bandes – herausgekommen. Auf den ersten 88 Spalten werden die Zusammensetzungen mit Zug fortgesetzt – vom einstigen Berner, Luzerner und Zürcher Metzgerumzug über den Aarauer Maienzug bis zum rechtsgeschichtlichen Zwingszug. Die folgenden 36 Spalten sind zahlreichen Ableitungen von Zug gewidmet; unter anderem findet sich hier zügle für «umziehen», ein Wort, das ursprünglich aus der bernisch-freiburgischen Alpwirtschaft stammt, heute aber schweizweit bekannt ist und es sogar ins Schweizerhochdeutsche geschafft hat. Die letzten vier Spalten bilden den Anfang der rechtshistorischen Wortfamilie Züüg «Zeuge vor Gericht», die im 227. Heft ihre Fortsetzung finden wird.

Am 1. August 2019 hat Gabriela Bart eine Stelle als Redaktorin am Schweizerischen Idiotikon angetreten. Sie hat an der Universität Zürich Germanistik, Geschichte und Kriminologie studiert und bei Elvira Glaser zum Thema «Possessivkonstruktionen im Schweizerdeutschen mit besonderer Berücksichtigung des possessiven Genitivs im Lötschental» promoviert. Zeitweilig war sie auch Mitarbeiterin am Syntaktischen Atlas der deutschen Schweiz.

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