Hundstage

Nun fangen sie wieder an, die Hundstage! Es sind nicht die hechelnden Hunde, die den kommenden Wochen den Namen gegeben haben, sondern das Sternbild des Grossen Hundes. In einem Zürcher Lustspiel von 1550 über den Philosophen Diogenes heisst es, „das er nitt der hunden einer syge, die uff erden sind, sonder der hund am himel, von dem die hundstag genembt werden“. In Aarau war man 1758 so vernünftig, dass man den Schulkindern „in den Hundstagen, siben Wochen lang gerechnet, alle Donstagnachmittag“ schulfrei gab. Ganz anders ging es in Zürich zu und her, wo 1778 „die Studenten während der Hundstagen wochentlich zweymal, namlich an einem Montag und Freytag morgens, von zweyen in oberkeitlichem Sold stehenden Trüllmeistern in den Waffen geübet“ wurden. Wenn jemand übrigens auf die Idee kommen sollte, in diesen heissen Tagen ein kühles Bad zu nehmen, raten wir davon dringend ab, denn nach dem Volksglauben ertrinkt man oder bekommt man Furunkeln oder Ausschläge, wenn man während der Hundstage badet. Also lieber nur an den Schatten liegen – oder hecheln...

(23. Juli 2013, CL)

 

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