Cheib und Chog

Diese Woche geht es um den „Cheib“ und den „Chog“. Beide Wörter kennen in der Mundart eine recht vielfältige und schillernde Anwendung: Mit „Souchog“ und „fuule Cheib“ werden Menschen beschimpft. Sagt die Mutter zu ihrem gewitzten Kleinen „bisch es Chögli“, meint sie das jedoch anerkennend-liebkosend, vom Tadel ist fast nichts mehr spüren. Im Ausruf „verreckte Cheib“ kommt wiederum unverhüllte Überraschung zum Ausdruck. Und in „cheibeschöön“ und „chogeguet“ dienen „Cheib“ und „Chog“ sogar der Verstärkung positiver Adjektive. „En Cheib haa“ heisst einen Rausch haben, „devoocheibe“ ist fortrennen. Und in „alles Cheibs“ schliesslich hat unser Wort nur noch einen ganz allgemeinen Inhalt. Im mittelalterlichen Deutsch hingegen bedeuteten (mittelhochdeutsch) „keibe“ und (althochdeutsch) „koggo“ etwas ganz anderes und sehr Konkretes, nämlich „Leichnam, Aas, Kadaver; ansteckende Tierseuche“...

(17. Oktober 2012, CL)

 

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