rüüdig & schampar

„Lozäärn hed e rüüdig schööni Fasnacht!“ Das kann nur ein Luzerner, eine Luzernerin sagen, denn „rüüdig“ für „sehr“ ist ein Kennwort für das Luzerndeutsche. Dieses Verstärkungswort hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Noch vor gar nicht langer Zeit hiess „rüüdig“ etwas ganz anderes, nämlich „räudig, von Krätzmilben befallen, hautkrank“; der vor hundert Jahren erschienene Idiotikon-Wortartikel kennt die heutige Bedeutung noch gar nicht. Einen ähnlich raschen Aufstieg hat „schampar“ erlebt, das wir heute in der Bedeutung „sehr“ kennen. Im Idiotikon ist es (unter „schandbar“) noch fast ausschliesslich in seinem ursprünglichen Sinn „ehrlos, schändlich, schamlos“ gebucht. Eine mit „rüüdig“ vergleichbare Bedeutungsentwicklung zeigt sich übrigens beim so langweilig-blassen „sehr“: auch dieses meint ursprünglich „wund, versehrt“. Und von „choge(guet)“ und „cheibe(schön)“ mit ihrer ebenfalls nicht gerade anmächeligen Herkunft war schon in unser Wortgeschichte vom 17. Oktober 2012 die Rede…

(17. April 2013, CL)

 

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