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Gschmöis

Beim Wort „Gschmöis“ scheint man geradezu herauszuhören, worum es geht: lauter wertloses, unnützes Zeug. Diese Bedeutung hat sich aber erst nach und nach entwickelt. „Gschmöis“ ist eine – sogenannte Rundung (vgl. etwa „heischen“ > „höische“) aufweisende – Variante von „Gschmeiss“, welches seinerseits eine Kollektivbildung zu „Schmeiss“ ist. Dieses „Schmeiss“ wiederum gehört zum Verb „schmeissen“, werfen. „Gschmöis“ bedeutete also ursprünglich eine Ansammlung von Hingeworfenem. In der älteren Sprache meinte man damit ganz konkret „tierisches Exkrement“ (so noch heute in der Jägersprache „Kot von Raubvögeln“), aber auch „Insektenbrut“ und schliesslich „Ungeziefer“ (diese Bedeutung kennt das schriftdeutsche „Geschmeiss“, und sie steckt auch in der „Schmeissfliege“). Eine andere Bedeutungsentwicklung ging in Richtung „Durcheinander, Mischmasch“, besonders von Esswaren. Ein solches „Gschmöis“ bestand freilich oft aus Resten, hatte also häufig einen negativen Beiklang, und so kam es zur heutigen schweizerdeutschen Bedeutung „wertloses, unnützes Zeug“.

Dazu nun passt die „Gänggeliwaar“, von welcher nächste Woche die Rede sein soll...

(23. Januar 2013, CL)